WinterRegenWanderung


*Die Winterpilze sind da*



Kalt und regnerisch, windig und matschig. Spontan große Unlust rauszugehen. Du weißt was ich meine. Nach fünf Minuten draussen habe ich mich super gefühlt. Einmal über die Wiese, schon Schuhe und Hosen nass – aber hey: Sammlerglück entschädigt für alles, oder?

Du kannst dir unmöglich vorstellen, wie gründlich ich den Wald untersucht habe, um endlich Seitlinge zu finden. Über Wochen, stundenlang. Nur um sie noch in Sichtweite unseres Hauses an einem kleinen Bachlauf zu finden. Darf ich vorstellen: Panellus serotinus, der Gelbstielige Muschelseitling.

Dieser Pilz ist zäh und weich anzufassen, bei Regen ist die Oberfläche richtig schleimig. Kaum im Körbchen, schon hatte ich das Vergnügen mit einem weiteren Winterpilz.


Einen umgestürzten Baum entfernt wuchsen leuchtende, ebenfalls fies schleimige Flammulina velutipes, Samtfußrüblinge. Das Besondere war, dass wenige Meter dahinter Baumpilze standen, die ein Anfänger vielleicht nicht so einfach unterscheiden kann. Der Grünblättrige Schwefelkopf mal wieder, er begegnet mir ständig. Zum Vergleich habe ich die beiden Arten nebeneinandergelegt, man sollte sie besser nicht verwechseln. Hypholoma fasciculare ist Magen-Darm-giftig, während Flammulina velutipes ein sehr guter Speisepilz ist.

Der kräftig orange-gelbe, glänzende Baumpilz ist der Samtfußrübling (Bild 1 &2). Bild drei zeigt den Grünblättrigen Schwefelkopf, der in der Farbgebung im Vergleich matt und fahl wirkt. Ein paar Unterschiede kann man am Beispiel ganz gut erkennen: Wo beim einen Pilz muntere Farben zu sehen sind, sind die Lamellen des Schwefelkopfes grau-grün-gelblich und scheinen regelrecht unordentlich gegenüber deren übersichtlicher Anordnung beim Samtfußrübling. Auch der Stiel ist verschieden: Klare Farben und bei Trockenheit (mit Lupe) einwandfrei samtiges Füßchen rechts. Gelblich-grüne, überfaserte, schmuddelig daherkommende Stiele auf der linken Seite. Auf den letzten beiden Fotos liegen die beiden brav nebeneinander. Der giftige links, der leckere rechts.


Es war wie gesagt scheußliches Wetter, ich wollte heim, hatte tolle Funde im Korb, ABER es war erst eine halbe Stunde um. Mindestens eine Stunde hatte ich noch frei, also kurz schütteln und weiter. Gute Entscheidung!

Der Austernseitling (Pleurotus ostreatus) war da. An einer kranken Buche in großen Mengen, erstaunlich schwer abzubekommen, duftend und von angenehm samtiger Oberflächenbeschaffenheit. Ach, ein Traum…


Genau unterhalb der Fundstelle wuchsen viele schöne Judasohren (Auricularia auricula-judae), interessanterweise aber nicht nur auf Holunder. Die Waldarbeiter haben an dieser Stelle ein Mikado aus allerlei Stämmen und Ästen hinterlassen, dazwischen auch einen Holunderstamm. Ein perfekter Abschluss für eine eine tolle WinterRegenWanderung!



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