KirschButter


*Vorrat Vorrat Baby*



Mit den filigranen Blüten der Kornelkirsche kam bei mir der Gedanke auf, wieder einmal Oliven und Butter (aus und mit) den guten Früchten zuzubereiten. Die Butter ist so was von einfach. Aber bis dahin ist es ein langer Weg. Da muss ich wohl ein bisschen ausholen.

Cornus mas, die Kornelkirsche gehört zu den Hartriegelgewächsen und kommt bei uns zumeist nicht wild, sondern als Ziergewächs in Parks und Gärten vor. Die Früchte reifen ungleichmäßig ab August zu einem herrlichen Dunkelrot. Bei der Ernte ist darauf zu achten, weder zu harte noch zu reife Kirschen zu sammeln. Saftig und weich, dabei süßsauer schmeckend sind sie ideal verwendbar.

Nun möchte ich euch den langen Weg zur KirschButter skizzieren. Er führt von SalzKirschen über KirschOliven zum Ziel. Ihr braucht Zeit, Geduld und bis zum ersten Verkosten ein halbes Jahr Vorfreude. Kennt ihr schon die Wildpflanzenköchin Celia Nentwig? Nach den Rezepten in ihrem sehr empfehlenswerten Buch (Nentwig/Henckel, Meine neuen Wildpflanzen-Rezepte, 2014 Bloom’s bei Ulmer) habe ich mit den Kornelkirschen gearbeitet.



SalzKirschen – eins –

Man nehme 250g frische Ernte von Kornelkirschen und fülle sie in ein Schraubglas.

Ein schneller Sud aus einem halben Liter Wasser, einer Gewürznelke, einem Lorbeerblatt, einigen Zweigen Thymian und 200g Salz sei aufgekocht und noch heiß über die Kornelkirschen ins Glas gegossen. Der Salzsud muss die Früchte ganz bedecken.

Jetzt heißt es warten und die Füße stillhalten. Mindestens fünf Monate ziehen lassen.



KirschOliven – zwei –

Zeit für die Zubereitung der Oliven. Mindestens fünf Monate sind vergangen. Bei mir waren es die Kornelkirschen des vorvergangenen Sommers. Nicht zum ersten Mal, natürlich…

Eingesalzenes ist praktisch. Du darfst es in eine Kammer stellen und dort vergessen. Es wiederfinden und dich glücklich schätzen, so vorausschauend gewesen zu sein.

Nach der langen Wartezeit ist es fast schon enttäuschend, wie wenig Arbeit die weitere Zubereitung macht. Ist es nicht unglaubwürdig, eine Spezialität herzustellen, ohne nennenswerten Aufwand? Die Menschen sehnen sich nach Geschichten, nach Abenteuern, der verzweifelten Suche exotischer Zutaten, komplizierten Kochvorgängen, Schweiß und Tränen.

Nichts dergleichen. Bitte gießt die benötigte Menge ab und lasst sie einen Tag in einer Schüssel mit kaltem Wasser liegen. Nochmals abgießen und einen Tag auf einem Gitter trocknen lassen.

Nehmt Kräuter die euch schmecken, und noch ein paar Zutaten zur Würze. Für meine KirschOliven sind es Rosmarin und Knoblauch. Vielleicht schmeckt euch Chili oder Thymian? Mit gutem Olivenöl übergießen, alle Zutaten müssen jederzeit vollständig bedeckt sein.

Trotz der Wässerung sind die Früchte sehr salzig, weshalb keine weitere Zugabe nötig ist. Bei Lagerung im Kühlschrank kristallisiert ein Teil des Salzes im Öl aus – das ist kein Schimmel. Holt die KirschOliven schon eine halbe Stunde vor dem Servieren aus der Kühlung, dann verflüssigt sich das salzige Öl wieder.

Vor dem ersten Genuss sollten die Oliven einen Tag ziehen dürfen.



KirschButter – drei –

Kurzfassung: 250g Süßrahmbutter und zehn bis 15 zerdrückte KirschOliven (ohne Steine bitte), mit der Gabel gut durchkneten.

So schnell – so gut. Ihr könnt sofort loslegen. Leckeres Bauernbrot rausholen und bestreichen.

*Special*



2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Das klingt ja lecker und interessant. Das mit den Kornelkirschen muss ich mir besonders merken. Ich habe leider erst dieses Jahr einen Strauch eingepflanzt, aber es wird noch ein wenig dauern, bis er Früchte trägt…

    Gefällt 1 Person

    1. Eva Zimmer sagt:

      Vielleicht findest du noch andere Quellen, Kornelkirschen gibt es zum Glück recht oft. Im Garten macht sich der Strauch bestimmt gut. Für die Tiere und für’s Auge.
      Die Kirschbutter ist wirklich sehr beliebt und unvergleichlich herb-süß im Geschmack. Du hast mich gerade daran erinnert, selbst wieder welche zu machen 🙂

      Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s