PusteKuchen

am

*KinderKanal*



„Ich geh schnell Pilze sammeln, Papa passt so lange auf!“ – „Ich will mit, ich will mit!“

Hektisches Getrappel auf der Treppe, tränenfeuchte Äuglein bei der behutsamen Erklärung, dass es dort gaaaanz viele riesige Zecken gibt. Überhaupt ist es doch daheim gerade so gemütlich – Mami ist doch nur ganz kurz weg.

Pustekuchen.


Nach zehn Minuten Fahrt und einer Minute zu Fuß, jubiliert meine Tochter. Die kleine Hütte, die sie vor einem Jahr beim Bärlauchsammeln gebaut hat, steht auch heute noch. Schnell noch ein paar Zweige dazugestellt.

Auch andere fanden die Idee gut: ein schickes Zelt aus Ästen, ein befestigter Lagerplatz für Plastikmüll-Baumwuchshilfen-Nageschutzdinger und ein wirklich spektakulärer Fuchsbau.



Krabbelnde und fliegende Waldbewohner, wie Marienkäfer, Samtmilben, Vögel und Hummeln, sowie ihre „Tierspuren“ sind immer eine kleine Aufregung wert.

Aufgrund der Tierspuren, konnte meine Kleine auch mit Sicherheit sagen, dass es sich bei dem Hügelbau um eine Fuchshöhle handelt. „Da waren Fuchsfußabdrücke, hab ich na klar, gleich erkannt“.



Während wir so unsere Entdeckungen machten, wurde ein Kräuterstrauß nach dem anderen arrangiert. Und immer wieder die Ermahnung: „Eva, denkst du noch an den Giersch?“

Es hat nichts geholfen, meine Sinne waren völlig auf die Pilzsuche eingestellt.

Immerhin haben wir Fotos von Sternmiere und einem Efeublatt gemacht. Gesammelt haben wir Bärlauch, Knoblauchsrauke, Gundermann, Veilchen und Wiesenschaumkraut.



Zum Ende unserer Tour entdeckten wir noch Schwefelköpfe (wahrscheinlich grünblättrige), Sklerotienbecherlinge und einen winzigen Pilz. Er war nur fingernagelgroß und wurde von meiner Tochter unter einer Menge Grünzeug entdeckt. Wie macht sie das?

Rechtzeitig zum Abendbrot waren wir wieder daheim. Da gab es zwar keinen Pustekuchen, aber Brezel mit frischer Blütenbutter.



6 Kommentare Gib deinen ab

  1. pflanzwas sagt:

    Ich finde es so toll, daß all diese Dinge bei den Kleinen immer zu solchen Begeisterungsstürmen führen. Wann geht das eigentlich verloren (zum Glück ja nicht bei allen)? Das sie die Pilze findet, hat sie wohl von ihrer Mutter 🙂 Schöne Bilder und hübsche Funde. Die Hütte ist auch toll. LG und einen schönen Sonntag noch! Almuth

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    1. Eva Zimmer sagt:

      Die Pädagogin in mir, hat eine Antwort auf deine Frage als zu komplex eingestuft und sie deshalb vorsorglich als rhetorisch abgelegt 😉
      Dir auch einen schönen Sonntag und lieben Gruß, Eva

      Gefällt 1 Person

  2. W.K. sagt:

    Frage: Ähnlich wie diese rote Samtmilbe, gibt es doch auch rötliche Zecken? Liege ich da richtig, kann das sein? Zumindest diskutieren wir immer wieder während Kletter- bzw. Bouldertouren im Wald (Frankreich) darüber.

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    1. Eva Zimmer sagt:

      Auf den ersten Blick sehen die Samtmilben wirklich zeckenartig aus. Dann fällt auf, dass sie wie ein kleines rotes Kissen auf Beinen, sozusagen „gepolstert“ aussehen.
      Zecken sind ganz flach und eher am Hinterleib rötlich, z.B. Auwaldzecken und Holzbockweibchen. Das kommt auch mit der Größe hin.

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  3. W.K. sagt:

    Dankeschön für den Input! Wieder was gelernt. Sollte ich das Foto der angeblichen, französischen roten Zecke finden, so lasse ich es Dir „zur Kontrolle“ zukommen. Bis dahin…

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