NaGut

am

*Pragmatismus trifft Prinzipien*



Rückstand.

Homeoffice, Homeschool, Großfamilie Tag und Nacht. Garten, Feld und Wald? Stress.

Da traf die SMS von meinem „Gartenkumpel“ heute nach dem Aufstehen gleich ins Schwarze.

– Na Eva, wie weit bist du im Garten? Soll ich mal kommen, dann fräse ich durch?

Ja! Bitte! Schnell! Ich gebe mich geschlagen. Nach Jahren der freundlich, beharrlichen Hilfsbereitschaft und der verlässlichen Abfuhr. Die Regale sind voll mit liebevoll herangezogenen Jungpflanzen, die Kartoffeln sind vorgetrieben, die Aussaattermine aller möglichen Gemüsesorten so langsam überschritten.

Wir graben immer noch um. Stur. Spaß hatte ich schon ein paar Wochen lang nicht mehr. Feld beackern ist für mich im Normalfall eine einsame, meditative Beschäftigung, dabei höre ich anstrengende Bücher, die zu lesen keine Zeit ist und entrinne dem Alltag.

Meinen Kindern bringe ich bei, pragmatisch zu sein und öfters mal „na gut“ zu sagen. Von ihnen verlange ich eine Stunde Feld am Tag.

Jetzt bin ich dran. Auf dem Bild oben seht ihr ein weiteres gebrochenes Prinzip. Schneckenkorn im Garten. Ich entschuldige mich bei den Schnecken, aber Einkaufen ist schwierig und wir wollen dieses Jahr unsere Gartenfrüchte selbst essen.



Nachdem die Entscheidung gefallen ist, freue ich mich. Anstrengend wird es immer noch sein, da tut es gut etwas weniger „Freizeitstress“ zu haben.

Zum Nachdenken war ich am Haus im Kräuterrondell. Umrahmt von Schneckenkorn (bio natürlich, Bild ganz oben), Muskateller Salbei. Diese Kräuterpflanze ist zweijährig. Ich sorge dafür, dass jedes Jahr eine von ihnen blüht, denn sie werden groß, buschig und wunderschön. Duften bis ins Haus nach Grapefruit und locken so viele Insekten an, dass der ganze Garten surrt. Das ist mit Abstand die bienfreundlichste Pflanze hier.

Ihr seht der Reihenfolge nach: Fenchel, Schwarzkümmel, Sauerampfer, Oregano, Salbei, Zitronenthymian.

Zitronenmelisse, Ysop, Liebstöckel, Marokkanische Minze vor Currykraut, Johanniskraut, gelber Oregano.

Schnittlauch und Schokominze scheinen über den Winter wühlenden Tieren, vielleicht Mardern zum Opfer gefallen zu sein. Kamille und Mohn konnte ich auch noch nicht entdecken. Mal sehen.



6 Kommentare Gib deinen ab

  1. chw sagt:

    Pragmatismus darf auch mal gewinnen. Und Salbei ist super, finden die Bienen und wir.

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  2. pflanzwas sagt:

    Den Muskateller-Salbei habe ich nicht, aber den soll die Holzbiene sehr mögen. Vielleicht hast du Glück 🙂 Ansonsten sind Kräuter immer gut, für Mensch UND Tier. Hoffentlich kommt bald etwas Entspannung rein bei dir!

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    1. Eva Zimmer sagt:

      Wird.
      Holzbienen sind doch diese großen schwarzen Brummer? Von denen hatten wir letztes Jahr mehrere. Sie sind viel netter als die gleichgroßen Hornissen, nur sitzend konnte ich noch keine betrachten. Immer hektisch am Rumsurren 🙂

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      1. pflanzwas sagt:

        Genau die! Die, die so gut wie nie stillhalten 🙂 Ja, die sind harmlos und sie sollen diesen Salbei lieben. Hornissen sind ja eigentlich auch recht friedlich, auch wenn sie mich kurz vorm Gesicht leicht nervös machen 😉

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      2. Eva Zimmer sagt:

        Hornissen bringen mich leider zuverlässig dazu, wegzurennen und in Panik auszubrechen. Ist schon ab und zu vorgekommen, dass mich welche angeflogen haben. Anscheinend machen sie das, wenn man zu nahe an ihr Nest herankommt. Es gab Zeiten, da bin in Regenjacke mit Kapuze Brombeeren sammeln gegangen, weil es immer eine auf mich abgesehen hatte…

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      3. pflanzwas sagt:

        Das sah bestimmt sehr cool aus, hihi! Hier kommt meist im Frühjahr eine am Balkon vorbei und sieht sich um. Ich weiß nicht, was sie sucht, vielleicht altes Holz. Ich habe mal gehört, daß sie sehr gut sehen können. Vielleicht checken sie einen nur ab. Jedenfalls bückte ich mich und plötzlich flog auch eine vor meinem Gesicht. Dieses laute Brummen! Ich hab schon Respekt. Meine größte Sorge war immer, daß sich eine in meinen Haaren verfängt oder in den Klamotten. Mit etwas Distanz finde ich sie ganz spannend.

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