SamtFußRübling


*Winterpilze, Exoten und Buntes*



Die Bilder sprechen für sich – der Auwald steht voller Samtfußrüblinge.

Ihr gelbes Leuchten war schon vom Wegrand aus gut zu sehen. Meiner bisherigen Erfahrung nach, mögen diese Pilze einen feuchten Wald, der von älteren Laubbäumen geprägt ist. Eichen, Buchen, Hainbuchen, Hasel, Holunder, Eichen, Eschen und Ahorn war gestern gut vertreten.

Ein kleiner Bach schlängelt sich durch das Gelände, das an einem Flußkanal liegt. Sehr viel Totholz liegt hier und überall stehen Baumstümpfe von Buchen, an denen Samtfußrüblinge gerne wachsen.

Nach diesen Baumresten halte ich Ausschau, wobei ich dürre Buchen, die noch stehen, ebenfalls genauer inspiziere. Auch hier wurde ich oft fündig.

Da ich gestern noch überalterte Gifthäublinge (Galerina marginata) im gleichen Wald fand, muss dringend auf die Verwechslungsgefahr hingewiesen werden. Gelb + Winter + Pilz ist nicht gleich essbar.


Fast alle Samtfußrüblinge waren von bester Qualität. Einige Judasohren (Auricularia auricula-judae) waren handtellergroß und ebenfalls ohne jedes Tierchen oder Anzeichen des Zerfalls.

Ein ergiebiger Ausflug, was die Speisepilze betrifft, doch es gab auch viel anderes zu sehen :


Ein weiterer Vetreter der Gattung Teuerlinge, nämlich der Gestreifte, ist mir vor die Linse gekommen. Durch die gestreifte Innenseite des Fruchtbechers und die struppige Aussenseite (auch: Striegeliger Teuerling / Cyathus straitus), unterscheidet er sich gut vom Tiegelteuerling (Crucibulum laeve), der mir jüngst begegnet ist.

Beide Pilze zeichnen sich durch linsenförmigen Sporenpäckchen aus, die im Fruchtbecher liegen, von wo sie mit der Zeit vom Regenwasser hinausgeschwemmt werden.



Noch abstraktere Formen bilden Goldgelbe Zitterlinge (Tremella mesenterica) und Fleischrote Gallertbecher (Ascocoryne sarcoides), die den Wald in der kalten Jahreszeit ein bisschen bunter machen.

Zum Abschluss möchte ich euch meinen heutigen Fund von essbaren Pilzen zeigen. Noch ungeputzt, aber schon voller Vorfreude in der Pfanne fotografiert.


10 Kommentare Gib deinen ab

  1. Fotohabitate sagt:

    Was für schöne Pilze! V.a. der gestreifte Teuerling hat es mir angetan. Ich mag einfach diese Becherform sehr. Noch einen schönen Tag und ich hoffe die Pilzpfanne hat geschmeckt. Sah jedenfalls sehr lecker aus!

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    1. Eva Zimmer sagt:

      Ach, die Becherform ist einfach toll. Ich freue mich schon auf Scharlachrote Kelchbecherlinge, die sind auch spektakulär – und haben jetzt Saison.
      Die Pilze waren super! Ich habe eine würzige asiatisch angehauchte Suppe mit Glasnudeln gekocht. Einen schönen Abend 🙂

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      1. Fotohabitate sagt:

        Ich habe gerade mal Wikipedia befragt 😊 Die scharlachroten K. sind wirklich außergewöhnlich schön und nicht sehr häufig. Da bin ich ja schon auf Bilder gespannt! Ebenfalls noch einen schönen Abend.

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  2. Christian W. sagt:

    Das sieht ja fast nach einem Weihnachtsessen aus 🙂

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    1. Eva Zimmer sagt:

      Edel genug sind die Pilze auf jeden Fall. Weihnachten müssen bei uns traditionell Steinpilze und Waldpilzröllchen auf den Tisch, da sind wir ganz klassisch. Nix neumodisches wie Samtfußrüblinge 😉

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      1. Christian W. sagt:

        Wir sind auch ganz klassisch mit Nussbraten, nix Neumodisches 🙂

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  3. pflanzwas sagt:

    Hach, alles so schöne Funde und so toll fotografiert. Ich bin ganz erstaunt, daß das in der ersten Gallerie alles Samtfußrüblinge sind. Ich als Laie hätte ich jetzt gedacht, daß es alles verschiedene Arten sind. Wahnsinn. Hast du Bücher, wo man Pilze in jung und alt gleichzeitig abgebildet hat? Ich finde das sehr irreführend. Die Teuerlinge kommen gleich nach Holzkeulen 🙂 Die sind sowas von schön! Ganz besonders toll ist auch das erste Bild. Ich mag diese Fächer sehr, wenn man es so nennen kann. Die Pfanne sieht ja nach 5 Sternen aus 🙂

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    1. Eva Zimmer sagt:

      Vielen Dank 🙂
      Leider sind in den gängigen Pilzbüchern meist nur Pilze im mittleren Alter abgebildet. Dabei gehört es zum 1*1 der Pilzbestimmung, dass man mehrere Exemplare einer Art (möglichst in verschiedenen Altersstufen) benötigt. Der Samtfußrübling ist sehr variabel in der Farbintensität, allerdings sind seine übrigen Merkmalen konstant.

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      1. pflanzwas sagt:

        Da rächt sich das Laientum. Bei den Insekten kommt man noch gut mit vergleichen weiter, bei den Pilzen braucht man schon mehr Wissen für die Bestimmung. Leider lese ich sowas oft, wenn ich wieder zu Hause bin und nicht mehr nach den Merkmalen gucken kann. Naja, ich rate mich erst mal weiter so durch 🙂 Der Samtfußrübling kommt mir sehr variabel vor.

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  4. pflanzwas sagt:

    ein ich zu viel und irritierend, nicht irreführend 😉

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