Zimmerreise Januar A/B/C

am

*Bündel*



Moderne Häuser haben heute einen offenen Wohnraum, wo es zwischen Küche, Ess- und Wohnzimmer keine Wände und Türen gibt. Weitere Zugeständnisse an diesen Wohntrend, der auch besagt, alles müsse grau sein, betoniert und glatt, haben wir nicht gemacht.

Wie ist es dazu gekommen, dass unser Haus aus Holz besteht und eine offene Decke hat, mit einem dicken Balken zwischen Küche und Esszimmer? Sind die Kräuterbündel daran, weil es sich praktischerweise so ergeben hat, oder ist es umgekehrt?

Woher soll jemand wissen, wie lange die Menschen schon Kräuter sammeln zum Essen, zum Würzen, als Medizin? Es ist das Selbstverständlichste überhaupt.

In der Hütte von Tiger und Bär – ja, Janosch – hängen Zwiebeln von der Decke. So hat der berühmte Mann eigene Eindrücke von den dunklen Bauernhäusern seiner Kindheit verarbeitet. Dort hingen auf ebendiese unaufgeregte Art, zu trocknende Lebensmittel an der Decke. Dieses Bild einer fremden Erinnerung wirkt so anziehend in seiner Gemütlichkeit und Bodenständigkeit. Es vergisst nicht, auf die Härten des Lebens, das damals noch mehr durch körperliche Arbeit und Verzicht geprägt gewesen sein mag, hinzuweisen.

Getrocknete Bündel von Kräutern an unserer Holzdecke, sie versinnbildlichen das Streben (nach einem) und „so sein lassen“ eines Lebensgefühls, das sich innerhalb des Modernen auf die Wurzeln besinnt.

Das Bild zeigt von links nach rechts: eine zum Trocknen aufgehängte Knoblauchzehe, einen gebastelten Papiervogel unserer Tochter, und zwei getrocknete Bündel Marokkanischer Minze aus unserem Garten.

12 Kommentare Gib deinen ab

  1. puzzleblume sagt:

    Die Bündel erzählen davon, wie man leben möchte, und ich würde mich sofort in so einem Raum sehr wohl fühlen. Danke für diesen kleinen Einblick.

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    1. Eva Zimmer sagt:

      Ja, ein kleiner Einblick ist es. Durch die Zimmerreisen wird es schnell privat, finde ich.

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      1. puzzleblume sagt:

        Zumindest privater, als man sonst vielleicht meint, sich im Blog zu offenbaren, das ist wohl wahr.

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  2. Anhora sagt:

    Liebe Eva, die Knoblauchzehe sehe ich auf dem Bild zwar nicht, aber duftende Kräuter und Gewürze im Wohnraum stelle ich mir naturverbindend und anregend vor. Schön, wie du mit euren „Aufhängeln“ ein Lebensgefühl dargestellt hast! 🙂

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  3. Anhora sagt:

    Ah! In der Übersicht sieht man das Bild im Ganzen, und da ist auch die Knoblauchknolle. 🙂

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    1. Eva Zimmer sagt:

      🙂 Sie wurde zusammen mit anderen schon vor zwei Jahren aufgehängt und einfach vergessen. Jetzt ist sie Dekoration.

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  4. W. K. sagt:

    Ich habe auch noch ein Kräuter- bzw. Minzbündel von euch in der Küche hängen! Und es wurden immer mehr. Es kamen verschiedene, getrocknete Chillisorten hinzu, die ich von einem Sammler und Hobbyzüchter geschenkt bekam und natürlich Kräutersträuße aus dem eigenen Garten. Inzwischen sehe ich das auch mehr als Deko, denn als Speisekammer an. Aus den Chillies gewinne ich die Kerne und ziehe nach und nach junge Pflänzchen groß.

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    1. Eva Zimmer sagt:

      Der Gedanke an unsere Kräuter in deiner Küche gefällt mir sehr! Deine bunte Mischung sieht bestimmt schön aus. Wir hatten dieses Jahr viele Chilis, leider alles durcheinander – manche so scharf, dass ich mir Sorgen um die Kinder gemacht habe. Nicht auszudenken, dass jemand im Vorbeigehen so eine gegessen hätte 😉 Dieses Jahr habe ich mir Samen für ganz milde Chili bestellt, mal sehen, ob das besser ist. Lieben Gruß an Dich 🙂

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  5. W. K. sagt:

    Pfefferoni „Sigaretta“ hatte bzw. habe ich und weiß deren milden Geschmack zu schätzen. Gegrillt sehr lecker…

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  6. pflanzwas sagt:

    Ich mag Holz sehr, seinen warmen Charakter, und die offene Decke macht einen ebensolchen Eindruck. Ich glaube, da würde ich mich auch gleich wohlfühlen. Mit deinen ersten Sätzen zu modernen Wohntrends hast du mir aus der Seele gesprochen 🙂 Raum für getrocknete Kräuter oder andere Lebensmittel, daß ist fürwahr wie ein Blick in frühere Zeiten (ich hätte fast Pilze an der Decke erwartet, aber die trocknest du sicherlich woanders ;-), die Verbindung zur Natur, zu den Wurzeln der Selbstversorgung. Mir sehr sympathisch!
    PS: ja, die Zimmerreisen sind privater, aber es kann ja jeder für sich entscheiden, wieviel er zeigt. Ich finde es auf dieser Ebene aber auch bereichernd und es nimmt etwas von der Anonymität, die sonst im Netz vorherrscht.

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    1. Eva Zimmer sagt:

      Es freut mich, dass du ähnlich empfindest! Am Balken hingen auch schon Schnüre mit Hüten von Maronenröhrlingen, das war bevor wir ein Dörrgerät hatten.
      Die Überlegungen, ob durch Bilder des Wohnraums und persönlicher Gegenstände zu viel Privates preisgegeben wird, habe ich mir schon gemacht. Denke aber, dass durch die vielen Beiträge, die man so schreibt, die eigene Person und die Lebensumstände sowieso schon relativ deutlich werden. Also ist es wohl okay 🙂

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      1. pflanzwas sagt:

        Maronenröhrlinge, daß muß auch schön ausgesehen haben 🙂 – Ja, das denke ich auch. Wir zeigen ja nicht alles.

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