WinterPilze

am

*Klassiker und Beifang*



Klassische Speise-Winterpilze sind Samtfußrüblinge (Flammulina velutipes), Judasohren (Auricularia auricula-judae) und Austernseitlinge (Pleurotus ostreatus).

Alle drei Arten sind mir begegnet, allerdings meist zu alt oder zu jung zum Sammeln.

Gleich zwei gelb-glibbrige Pilze gab es auch zu sehen. Rechts handelt es sich unverkennbar um einen Goldgelben Zitterling (Tremella mesenterica), der eifrig von kleinen Insekten benagt wird. Links komme ich bislang noch nicht richtig dahinter – denke aber, es wird ein Pilz aus der Gattung der Gallerttränenverwandten (Dacrymyces) sein.



Insgesamt kam der Auwald heute nass daher, in jeder Senke stand das Wasser und kleine Bächlein durchzogen das Gelände. Dennoch war ich erstaunt, plötzlich vor überfluteten Flächen zu stehen, der Wald stand in einem großen See und war damit nicht mehr betretbar.

Die Nähe zum Wasser scheint das Wachstum der Samtfußrüblinge beflügelt zu haben, die Bäume waren voll davon. Auf den letzten drei Bildern der folgenden Galerie seht ihr besonders langstielige Exemplare, wie ich sie vorher erst einmal gefunden habe. Wenn der Weg zum Licht weit ist, kommt es vor, dass Flammulina velutipes solche langen Stiele ausbildet. Die typischen Merkmale (Farbe, schleimiger Hut, samtiger und ringloser Stiel) waren eindeutig, wenngleich die Stiele nicht den bekannten Farbverlauf von dunkel zu hell haben. Durch das fehlende Tageslicht sind sie gebleicht und hellgelb. Die Verwandschaft zum Kulturpilz Enoki (Flammulina filiformis), einer ostasiatischen Art, tritt in diesem Fall deutlich zu tage.



In Begleitung einiger junger Samtfußrüblinge sah ich winzige orange Knubbel. Es werden doch keine Schleimpilze sein?! Bei den Blogs von Pflanzwas und Naturfund verfolge ich schon eine Zeit lang die tollen Funde von gelben kleinen Schleimpilzen. Was es bei mir sein könnte weiß ich wirklich nicht, mit bloßem Auge war auch nicht mehr zu sehen, als auf dem Bild unten. Hätte ich mal besser das Makro mitgenommen…



Kein Speisepilz ist der Winterporling (Lentinus brumalis), der vom ersten Eindruck her vage Ähnlichkeit mit Seitlingen hatte. Von unten betrachtet wurde er dann schnell identifiziert. Mir war bisher der Sklerotienporling (Polyporus tuberaster) bekannt. Die schönen weißen Poren sehen so ordentlich aus!



Klassiker der Winterpilze Nummer 2: Das Judaohr. Da es heute eher „Öhrchen“ waren, durften sie alle von mir unbehelligt im Wald bleiben und weiterhin abgestorbene Holunderbäume verzieren. An anderem Totholz wuchsen Abgestutzte Drüslinge (Exidia truncata), die durchaus das Zeug zum Verwechlungspartner hätten. Aber das ist ja schon der Gezonte Ohrlappenpilz (Auricularia mesenterica). Obwohl diese zwei Arten der selben Gattung angehören, sehen sie in meinen Augen sehr unterschiedlich aus.



Als Dritte im Verbund der bekannten Winterpilze, traten gegen Ende der Tour überalterte Exemplare von Austernseitlingen zutage.



6 Kommentare Gib deinen ab

  1. W. K. sagt:

    Eine unheimlich vielfältige Sammlung, mal wieder. Die Formen und Farben, einfach schön anzusehen. Das nächste Mal bitte das Makro einpacken…und am besten noch eine Unterwasserkamera 😉
    Wer weiß, was in diesen Pfützen alles lebt?

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    1. Eva Zimmer sagt:

      Danke, ich werde auf alle Eventualitäten vorbereitet sein 😉

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  2. pflanzwas sagt:

    Du hast die Fragen gestellt, die ich auch habe. Ich bin mir auch nciht sicher, ob ich kürzlich Zitterling und oder Gallertträne hatte, Drüslinge und wenn ja, welche und Judasohr oder Gezonter Ohrlappenpilz. Ich blicke nicht so recht durch. Kanns nicht mal einfach sein 😉 Da hast du echt viel gefunden. Die langstieligen Samtfußrüblinge sind ja witzig! Ach so, Schleimpilze: die Punkte wirken recht groß (haha), aber wer weiß? Wäre ja toll. Bin jedenfalls schon sehr gespannt 🙂

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    1. Eva Zimmer sagt:

      Gerade gibt es durch die Feuchtigkeit so eine große Vielfalt zu entdecken. Gerade die glibbrigen Pilze sehen sich z.T. sehr ähnlich. Die Punkte, bzw. „Vielleicht-Schleimpilze“ sind so winzig gewesen, dass ich sie mit bloßem Auge nicht genauer sehen konnte. Leider habe ich keine Ahnung mehr, wo im großen Wald sie standen und deshalb keine Hoffnung auf ein Wiedersehen. 😉

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      1. pflanzwas sagt:

        Ach schade. Ich kreise manchmal um die Fundorte, weil ich den einen Stamm auch nicht wiederfinden kann. Zuletzt habe ich die Fundstellen fotografiert, haha! – Wenn du sie mit dem Auge kaum erkennen konntest, sind es bestimmt Schleimpilze 😉 Na, wer weiß, du findest bestimmt noch welche. Die mögen feuchtes Holz anscheinend auch gerne.

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      2. Eva Zimmer sagt:

        Da würde ich mich wirklich drüber freuen, solche habe ich schließlich noch nie gefunden.

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