Zimmerreise März F/G

am

*Girlande*



Aus Papier, Stoff, Wolle. Genäht, geknüpft, geschnitten und geklebt.

Ist es die Leichtigkeit, das Gefühl man könnte jederzeit ein Fest feiern, das Bunte und Fröhliche oder die Herstellung, die soviel Spaß macht?

So genau weiß ich es nicht, nur dass unser Haus, unser Garten und auch unser Feld an einigen Stellen von Girlanden aus verschiedenem Material geschmückt sind. Egal ob klein, unscheinbar, bunt und lustig, manchmal in der Größe eines Wandbehangs – sie sind alle mit Liebe selbstgemacht.

Während meine Kinder mehr mit Papier arbeiten, sind es bei mir Stoff und Wolle.

Und warum ist das so? Ich ziehe gerne Parallelen zu meiner Großelterngeneration, von der einige Leidenschaften wie zum Beispiel das Gärtnern, Pilzesammlen, die Liebe zum Wandern und der Naturbeobachtung, aber auch das Tüfteln und Selbermachen, stammen. Früher war es normal, alle anfallenden Arbeiten selbst zu machen, sein Haus und Grundstück zu bauen bzw. anzulegen. Kaputte Dinge zu reparieren, erst mal zu gucken, was man aus dem Material machen kann, das man da hat, bevor man alles neu kauft. Und Handarbeiten, klar!



Stricken und Nähen zu können war selbstverständlich. Mein Großvater mütterlicherseits ist Schneidermeister, von meiner Großmutter väterlicherseits habe ich tolle uralte Bücher über Handarbeiten bekommen, die ich immer noch benutze. Die Anleitungen sind super und das Grundwissen zu allen möglichen Techniken ist verfügbar, ganz ohne Internetsuche.

Meinen ersten selbst gestrickten Pullover trug ich in der sechsten Klasse. Gelernt habe ich von meiner Mutter, einer wahren Meisterin! Seitdem gibt es praktisch kein Halten mehr. Seit ich vor ungefähr sechs Jahren begonnen habe, mit der alten Nähmaschine meiner Mutter (übrigens das gleiche Modell, auf dem mein Großvater beruflich nähte) zu üben, hat sich einiges getan. Es vergeht wahrscheinlich kein Tag, an dem nicht jeder von uns etwas Selbstgemachtes anhat. Nicht zu sprechen von den Menschen um uns herum, da gibt es echte Fans!

Wirklich ins Schwärmen komme ich bei Stoff und Wolle. Dabei bin ich ganz von Farben und von der Beschaffenheit des Materials beeindruckt. Kein Projekt wird gut, wenn das Material nicht stimmt. Synthetik geht leider gar nicht, das Material sollte fair und ökologisch erzeugt sein. Bei der Umsetzung bin ich allein meinen eigenen Ideen verpflichtet und benutze nur in Ausnahmefällen Anleitungen oder Schnittmuster. Die Freiheit liebe ich beim Selbermachen am meisten!

Nun zurück zur Girlande: manchmal kaufe ich Wolle für ein bestimmtes Projekt, oft nutze ich Reste, gerade für Stoffketten. Durch das ganze Maskengenähe vor einem Jahr (es hat mich fast um meine Nähleidenschaft gebracht) ist noch sehr viel bunter Baumwollstoff übrig.

Hinter jeder Girlande und jedem DIY-Projekt steht eine Geschichte, das wollte ich in diesem Text ausdrücken 😉

Und ja – ich bin jetzt schon dabei, zu überlegen, wo die nächste Girlande Platz finden wird…



9 Kommentare Gib deinen ab

  1. puzzleblume sagt:

    Nie hätte ich erwartet, dass jemand über Girlanden eine Zimmerreise schreiben würde, in meiner Vorstellung sind sie so saisonal, dass ich ganz überrascht bin von der Vielfalt bei dir. Die wolligen Exemplare gefallen mir als Dauer-Dekoration besonders gut, die erinnern mich ein bisschen an frühere Zeiten, in denen der Makramee-Look sich in jede Wohnung schlich, und an die ich mich gerne erinnere.
    Das Nutzen von Resten oder Wiederverwenden von Stoffen und Wollgarnen hatte meine Mutter auch zur Kunst erhoben. Kleidungsstücke oder zumindest Teile von ihnen hatten viele und lange Leben.

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    1. Eva Zimmer sagt:

      Makramee zu knüpfen macht wirklich viel Spaß! Ich fühle mich da nicht so sehr an den Zeitgeist gebunden.
      Girlanden haben bei uns immer Saison, habe gar nicht daran gedacht sie nur zu einer bestimmten Jahreszeit aufzuhängen 🙂

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  2. pflanzwas sagt:

    Das ist ja eine tolle Girlandenvielfalt bei dir 🙂 Ich kenne meist nur die aus Stoff und Papier, aber die aus Wolle finde ich auch gut, auch die am Fenster finde ich sehr schön. Ich sammle oft Reste, denke immer, ich müßte / könnte was draus machen, aber dann mache ich doch nichts drauß und sie liegen hier herum, seufz. Vielleicht sollte ich mal eine Girlande machen 🙂 Die am Gartenzaun finde ich auch toll, die sieht so schön eingewachsen aus, als gehöre sie dahin! Die Nähmaschine deines Großvaters, ist das dann eine Singer oder so?

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    1. Eva Zimmer sagt:

      Girlanden sind immer eine gute Idee. 🙂 Ja, es war eine Singer, allerdings ein moderneres Modell aus den siebziger|achtziger Jahren. Inzwischen bin ich umgestiegen auf Pfaff mit mehr Auswahl bei den Stichen.

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      1. pflanzwas sagt:

        Die alten Nähmaschinen waren so schön robust, aber die modernen Geschichten möchte man auch nicht mehr missen.

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      2. Eva Zimmer sagt:

        Bei der alten Maschine konnte man einfach alles einstellen und auseinander bauen, überall Schräubchen. Andererseits war ich manchmal mit der Feinjustierung überfordert. Dann hakte es, Nadeln zerbrachen und Stoff war kaum noch aus der Maschine zu bekommen. Mit der neuen Maschine wurde das Nähen für mich mehr zum Vergnügen.

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      3. pflanzwas sagt:

        Ja, das früher alles mechanisch war, war eine gute Sache. Wie bei den Autos. Viele konnten selber Hand anlegen, um die Dinge zu reparieren. Auf der anderen Seite bietet der elektronische „Schnick-Schnack“ eben auch seine Vorteile. Deshalb kann es trotzdem gut sein, die alten Geräte noch als Ersatz zu haben. Bestenfalls laufen die sogar ohne Strom 🙂

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  3. Fjonka sagt:

    Mach doch Girlandenversteigerungen für gute Zwecke oder sowas! Für so eine bunt-wollige würde ich sofort mitbieten 🙂

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    1. Eva Zimmer sagt:

      Lustige Idee 🙂

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