Zimmerreise April F/G

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*Feld und Garten*



Wie viele Zimmer- und Ums-Haus-rum-Reisende haben wohl anlässlich der Buchstaben F und G von ihren Gärten geschrieben? Ich weiß es nicht, da mir momentan die Zeit fehlt, mich intensiver mit meinem und euren Blogs zu beschäftigen.

Das ist einerseits schade (um die vielen Anregungen, die ich durch eure Reisen und täglichen Beobachtungen erhalte), andererseits aber auch schön. Der Garten und damit die frische Luft, Erde an den Fingern, blühende und duftende Pflanzen, viele Insekten und natürlich die Familie, ziehen mich ins Freie.

Wer jetzt einen Garten, einen Acker oder einen Balkon hat, darf sich glücklich schätzen.

Die Zimmerreisen entstanden durch die Situation der eingeschränkten Möglichkeiten. Der Rückzug ins Private lenkt den Fokus nun auf das, was Daheim zu tun ist. Es gibt Zeiten, da ist es nur nervig ständig auf sich zurückgeworfen zu sein, es gibt aber immer wieder Phasen, in denen der Schaffensdrang groß ist.

Dieses Jahr habe ich es erstaunlicherweise schon weit gebracht, und unser Feldgrundstück schon gut beackert. Die Flächen, auf denen Tomaten, Paprika und Kohlgewächse stehen sollen, sind bereits aufgebrochen und müssen nun noch von Wurzeln und Grasbüscheln befreit werden. Anschließend wird der Boden durch Komposterde und etwas Sand verbessert und fein gekrümelt. Alle anderen Beete sind fertig und warten. Karotten, Petersilienwurzeln und Spinat sind gesät. Knoblauch und Kartoffeln sind in der Erde.

Da ich nur ab und zu für zwei Stunden vom Haus wegkomme (dann muss es laufen:), und ansonsten sehr gebunden bin, habe ich dieses Jahr ein anderes Konzept. Einfach alles, das vorgezogen werden kann, wird je nach seinem Anspruch im neuen Gewächshaus oder im Haus großgezogen.



Letztes Jahr verlief das Gärtnern auf dem Feld nicht nach meiner Zufriedenheit. Es reicht schon, dass es fünfhundert Meter entfernt ist. Zu weit, wenn die lieben Kinder unmotiviert sind…

Mit der Anzucht von fast allen Pflanzen im Hausgarten, kann ich wertvolle Zeit mit meinen Kindern verbringen und zugleich zwischendurch gärtnern. Das hat den Vorteil, dass anders als bei der Direktsaat nur starke Jungpflanzen aufs Beet kommen, die den Schnecken und ungünstigen Wetterverhältnissen gegenüber deutlich widerständiger sind, und keine Leerstände entstehen. Letztes Jahr gab es doch einige Reihen, in denen die Saat nicht aufgegangen ist, und die Pflanzen nur kümmerlich wuchsen.

Am meisten mag ich es aber, vom Druck befreit zu sein. Es ist jetzt ganz einfach, den Samen die richtigen Keimbedingungen zu verschaffen, sie später in passende Erde zu vereinzeln und nach einiger Zeit vielleicht nochmals größer zu topfen. Falls die Blätter mal hängen, kommt eben noch ein bisschen Urgesteinsmehl oder etwas guter Kompost auf die Erde, was schon nach wenigen Tagen Wirkung zeigt.

Die liebevoll großgezogenen Gemüsepflanzen kommen dann, wenn die Umstände passen (und mein Mann einen Homeoffice-Tag hat) alle gleichzeitig an ihren vorgesehenen Platz. Im Hausgarten habe ich auf diese Weise schon ein Beet mit bunten Salaten und eins mit Erbsen und Zuckerschoten bestückt. Auch Rote Beete ist schon gepflanzt.

Im Gewächshaus stehen ebenfalls Salate, und Radieschen, Rucola, Kresse und Kohlrabi im Beet. Zugleich warten Zwiebeln, viele Kohl- und Rübensorten, Kräuter und Blumen auf ihren Umzug ins Freie. Nächstes Wochende soll es soweit sein, denn dann sind die Temperaturen besser geeignet als im Moment, wo noch kalte Tage erwartet werden.

So lange genieße ich ganz im Sinne der Zimmerreisen, den Gang entlang der Fenster und freue mich über jedes einzelne Gewächs. Alle wurden aus selbst gewonnenen Samen oder aus hochwertigem Bio-Saatgut gezogen. So lebe ich den Gedanken der Nachhaltigkeit, erreiche eine große Artenvielfalt und spare sehr viel Geld, gegenüber dem Kauf von Jungpflanzen aus dem Handel, die in der Regel konventionell angebaut wurden.

Nicht nur für mich, sondern gerade für die Kinder hat diese Art der Lebensmittelerzeugung eine hohe Wertigkeit. Alle freuen sich auf den unvergleichlichen Geschmack, die Schönheit des bunten Gemüses. Wir ernten sehr gerne!

In diesem Sinne viele Grüße an alle Naturfreunde und Menschen, die sich ebenfalls auf diesen Weg begeben haben 🙂



8 Kommentare Gib deinen ab

  1. puzzleblume sagt:

    So wie deine Garten-Zimmerreise war bisher noch keine, und ich finde sie sehr interessant: möchstet du sie in der Liste verlinkt haben? Es gibt bei mir bisher weder Ping noch Kommentar von dir.

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    1. Eva Zimmer sagt:

      Das ist nett, vielen Dank! Mach ich 🙂

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      1. puzzleblume sagt:

        Schön, das freut mich!

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  2. pflanzwas sagt:

    Das habe ich mir schon fast gedacht, daß du jetzt bei jeder Gelegenheit im Garten bist 🙂 Da hast du ganz schön viel auf dem Zettel (neben der Familie). Es sieht alles toll aus. Sehe ich in dem einen Kasten kleine Pilze oder sind das Pflanzen? Dann weiterhin viel Erfolg und gute Ernte, wenn es soweit ist. Das macht den Kindern bestimmt am meisten Spaß 🙂

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    1. Eva Zimmer sagt:

      Irgendeine Beschäftigung nebenher braucht man doch, damit die Decke (auf dem Kopf, leider schon runtergefallen;) nicht ganz so schwer lastet. Das sind alles Pflanzen, wobei der ein oder andere Tintling schon kurz zu Besuch war, im Blumentopf. Tollerweise hat die Ernte schon begonnen, mit Rukola, Kresse und Asia-Salat 🙂

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      1. pflanzwas sagt:

        Da ist Gartenarbeit und pflanzen genau das Richtige, daß sehe ich auch so. Bei uns ist es noch so kalt, daß ich leider noch warten muß, dabei kann ich es kaum erwarten! – Wow, dann bist du ja schon früh bestens ausgestattet. Schön, jetzt schon so frische Kost zu bekommen! Deine Fotos sehen prächtig aus, als würde jedes Salatblatt nur so strotzen 🙂 Dann Guten Appetit!

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      2. Eva Zimmer sagt:

        Ich verstehe deinen Schaffensdrang! Heute beginnen ein paar warme Tage, da kann auch draußen einiges gearbeitet werden.
        – So viel Liebe (*Helikoptergärtnerin*) zeigt natürlich Wirkung 😉
        Danke für den netten Kommentar, viele Grüße

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      3. pflanzwas sagt:

        Helikoptergärtnerin, hihi, na dann können sie ja nur prächtig gedeihen 😉 Hier ist es immer noch kühl und trüb, also weiter abwarten.

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