PilzVielfalt


*Im Spätherbstwald*




All diese schönen blau-grauen Pilze sind Austernseitlinge (Pleurotus ostreatus). Mit dem ersten Frost beginnen die Fruchtkörper zu wachsen.

Im Reich der Pilze gibt es verschiedene Formen der Ernährung. Da gibt es welche, die in Symbiose mit ihrer Partnerpflanze leben und von gegenseitigem Nährstoffaustausch profitieren (Mykorrhiza), es gibt parasitäre Formen und es gibt saprobiontisch (streuzersetzend) lebende.

Hierzu zählen die heute früh von mir gesammelten Winterpilzarten. Sie alle mögen Laubbäume, in diesem Fall fand ich alle an verschiedenen Buchenstämmen. Auch an Holunder oder Weiden können die drei Arten wachsen.

Streng genommen sind nur Austernseitlinge und Samtfußrüblinge (Flammulina velutipes) Winterpilze, die einen Kältereiz für ihr Wachstum benötigen. Judasohren (Auricularia auricula-judae) wachsen ganzjährig. Im Winter sind sie aber definitiv leichter zu entdecken, der Wald ist einfach übersichtlicher.

Zudem harmonieren die Drei einfach perfekt in jedem Pilzgericht zusammen.



Judasohren sind einfach so samtig-knuffig!

Überhaupt sind die drei Pilzarten ganz verschieden: sowohl optisch als auch im „Biss“. Austernseitlinge müssen vom Baum abgeschnitten werden, sind sehr dickfleischig und zäh, bevor sie gegart ein ähnlich angenehmes Kaugefühl geben, wie es Steinpilze tun.

Wer die Zuchtform aus dem Supermarkt mag, wird die Wildform lieben. Ihr Aroma ist unheimlich intensiv, ein Pilz von sehr hohem Speisewert.

Judasohren gehen leicht ab, ziehen sich aber zum Teil gummiartig in die Länge, bis man sie dann am Stück in der Hand hat. Beim Essen knatschen sie knorpelig und hörbar zwischen den Zähnen (muss man mögen;).

Samtfußrüblinge sind am besten ohne Stiel, der mit zunehmendem Alter immer zäher wird. Die Hüte sind ultraschleimig und glibberig. Der Geschmack ist aber sehr gut!

Für mich als echte Badnerin ist das kein Problem, hier schätzt man das Wort „schlonzig“ für die Konsistenz, die ein Gericht aus diesen drei Pilzarten zwangsläufig annimmt…



4 Kommentare Gib deinen ab

  1. Eva Zimmer sagt:

    Oh nein, da war ich anscheinend zu lange nicht mehr hier – Galerien gehen wohl nicht mehr im Reader – Sorry, sieht schrecklich aus…

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  2. puzzleblume sagt:

    „Schlotzig“ kenne ich auch. Das ist eines der schönsten Mund-Gefühle beim Essen. 🙂

    Doch, Galerien gehen schon noch so, dass sie im Reader Galerien bleiben, allerdings muss man bei den Grössenbezeichnungen für die Galerie manchmal im HTML nachträglich korrigieren, indem man entweder size=“thumbnail“ wählt oder die Grössenangabe ganz herausnimmt.

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  3. W.K. sagt:

    Dankeschön, dass ich heute gleich zwei neue Worte kennenlernen, aber wohl nicht in meinem stetigen Wortschatz begrüßen darf. Nämlich „saprobiontisch“ bzw. „streuzersetzend“. Beides hat mir ein Fragezeichen auf die Stirn gezaubert. „Schlotzig“ kenn ich übrigens vom Risotto kochen… Eine kurze Anmerkung: Die letzten Judasohren sehen gar nicht wie solche aus. Spannend…

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    1. Eva Zimmer sagt:

      😂 Antwort: Diese Pilze zersetzen organisches Material, also zum Beispiel Totholz. Stimmt, die Judasohren sind gefroren und haben auf der Unterseite noch eine dünne Eisschicht drauf. Ganz liebe Grüße an Dich!

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